Heute möchte ich über ein Thema sprechen, das in den letzten Monaten wieder deutlich stärker in den Vordergrund gerückt ist – und bei dem viele Unternehmen gerade strategisch eine Grundsatzentscheidung treffen müssen: Buy or Build bei KI-Technologien.

Buy or Build bei KI-Technologien: Was ist die richtige Entscheidung?

Wenn Unternehmen KI einführen – sei es durch Agenten, GPTs oder interne Automatisierung – stellt sich schnell die Frage: Sollen wir eigene KI-Lösungen entwickeln oder bestehende Tools kaufen?
In der Praxis setzen viele Unternehmen auf einen hybriden Zugang: kaufen, was es schon gut gibt – bauen, wo es strategisch nötig ist.

5 Entscheidungsfragen als Orientierung

  1. Gibt es sehr individuelle Anwendungsfälle oder Prozesse, die von Standard-KI nicht gut abgedeckt werden?
    → Ja = Build

  2. Nutzen wir technologische Systeme, die maßgeschneiderte Integration erfordern?
    → Ja = Build

  3. Wie hoch ist die Qualität, Konsistenz und Verfügbarkeit unserer Daten für das geplante KI-Projekt?
    → Hoch = Build

  4. Wie stark sind unsere Anforderungen an Datenschutz, IP-Schutz und Compliance?
    → Hoch = Build

  5. Wie schnell benötigen wir ein funktionierendes System (Time-to-Market)?
    → Sofort = Buy, Langfristige Planung = Build

Lassen Sie uns gerne über ihre KI Bedürfnisse sprechen.

Vorteile im Überblick

Build

Buy

Kontrolle

Volle Daten- & IP-Kontrolle

Eingeschränkt, abhängig vom Anbieter

Anpassung

Maßgeschneidert

Standardisiert, begrenzt anpassbar

Geschwindigkeit

Langsam (Monate bis Jahre)

Schnell (Wochen bis Monate)

Kosten

Hoch (Entwicklung, Wartung)

Geringere Einstiegskosten

Differenzierung

Hoch bei richtiger Umsetzung

Gering – gleiche Tools wie andere

Die Lösung: Der hybride KI-Zugang

Derzeit zeichnet sich klar ab: Ein hybrider Zugang setzt sich als Best Practice durch.

Laut einer Studie von BCG verfolgen rund 80 % der Unternehmen bereits diesen Ansatz – und auch wir beobachten dieses Muster zunehmend bei unseren Kund:innen.

Was bedeutet ein hybrider Zugang?
Erfolgreiche Unternehmen kombinieren zwei Strategien:

  • Standardtools nutzen, wenn es um generische Aufgaben geht (z. B. Texterstellung, Informationssuche, Code-Vervollständigung)

  • Eigene Lösungen entwickeln, wenn sensible Daten im Spiel sind oder Differenzierung ein Wettbewerbsvorteil bringt (z. B. interne Wissensdatenbanken, individuelle Kundenansprache)

KI Use Case der Woche: der KI Support Agent

Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass viele Unternehmen denken, das Thema Customer Support sei mit KI bereits zu 100 % gelöst.
Das ist bei weitem nicht der Fall.

Ein prominentes Beispiel ist das Fintech Klarna, das Ende 2024 angekündigt hat, den gesamten Kundensupport künftig ausschließlich über KI-Agenten abzuwickeln. Nur ein halbes Jahr später – im Mai 2025 – folgte der Rückschritt: Klarna stellte wieder zusätzliche Mitarbeiter:innen ein.

Ein interessantes Signal: Selbst bei einem datenstarken, technikaffinen Unternehmen wie Klarna, das nicht auf ein Standardtool, sondern auf eine eigene KI-Lösung gesetzt hat, zeigt sich:
KI kann extrem viel – aber nicht alles. Und sie braucht gute Daten, Systemintegration und oft auch menschliche Ergänzung.

Was kann ein KI Support Agent leisten?

Die Basics sind inzwischen gut bekannt:

  • Standardanfragen automatisieren

  • Tickets priorisieren

  • Antworten auf Basis von Wissensdatenbanken generieren

Wirklich spannend wird es aber bei der Differenzierung zwischen günstigen Tools und maßgeschneiderten Lösungen:

Was günstige Tools oft nicht können

Begrenzte Datenlogik
Günstige Lösungen arbeiten mit simplen Entscheidungsbäumen oder FAQ-Logik. Sie scheitern schnell bei komplexen Strukturen – z. B. dynamischen Preisen, regionalen Unterschieden oder mehrsprachigem Support.

Keine Integration – isolierte Systeme
Standard-KI arbeitet oft losgelöst vom Rest eures Unternehmens. Das führt zu Datensilos, Medienbrüchen und unnötiger manueller Arbeit.

Kein kanalübergreifendes Management
Chat, E-Mail, Voice, WhatsApp – günstige Tools trennen diese Kanäle. Custom-Lösungen dagegen bündeln alle Kundeninteraktionen an einem Ort – über eine zentrale „Single Source of Truth“.

Willst du KI in deinem Customer Support einsetzen? Dann sprich am besten mit uns!

Was maßgeschneiderte Lösungen bieten

Nahtlose Integration in eure Systemlandschaft
CRM, ERP, Bestellsysteme, etc. – alles angebunden über APIs
→ Weniger manuelle Übergaben, mehr Automatisierung

Echte Kontextintelligenz
Die KI kennt Kundenhistorie, erkennt Sentiment und bezieht Logik aus eurer realen Datenbasis mit ein.

Live-Co-Pilot statt Bot
Bei komplexen Fällen unterstützt die KI euer Team – etwa mit Antwortvorschlägen, Routings oder Echtzeit-Hinweisen während eines Gesprächs.

Modular & skalierbar
Neue Features, zusätzliche Kanäle oder Länder? Kein Problem. Die Lösung wächst mit euch.

Bei einem Retail-Kunden konnten wir ein KI-gestütztes Customer-Support-System implementieren, das weit über einfache FAQs hinausgeht. Die Lösung ermöglicht Echtzeit-Datenabfragen für Kund:innen, verarbeitet komplexe Anfragen – etwa länderspezifische Preis- oder Rückgaberichtlinien – und unterstützt das Support-Team live bei der Recherche. Das führt nicht nur zu einer spürbaren Kostenersparnis, sondern auch zu einem deutlich höheren Net Promoter Score.

Quick News der Woche:

  • Apple entwickelt eigenen ChatGPT Konkurrent.

  • ChatGPT 5 ist nun offiziell Live.

  • Am 02.09 veranstalten wir gemeinsam mit der niederösterreichischen Wirtschaftskammer ein spannendes KI Symposium

  • Während immer häufiger gegen AI-Scraper vorgegangen wird, wird nun auch Perplexity vorgeworfen, illegal weiterhin Informationen von bestimmten Websites heruntergezogen zu haben.

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